The Green Testosterone

Die Verwandlung eines biederen Familienautos in ein extravagantes Einzelstück.

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brabus-kombi-kleinIch war glücklicher Fahrer meines 500 SEL W126, als 2007 die Frage aufkam, was ich während der Restauration der S-Klasse fahren könnte. Als ideale Ergänzung empfand ich den Kombi der Baureihe W124 und schon bald fand sich ein von der Firma Brabus veredelter 300TE für ganz kleines Geld im finstersten Osten unseres Landes. Die Rückfahrt mit dem seit Jahren vernachlässigten S124 sah auf dem ersten Blick wie ein Abenteuer aus, erwies aber sich doch als recht unproblematisch. Fünf Jahre später und mit rund 700.000 km auf dem Tacho gab der originale Motor langsam auf und die Eisenoxidkolonnien überwucherten mittlerweile zu viele Teile der Karosse, als dass sich eine Restauration gelohnt hätte. Also mußte ein neuer Kombi her!

Mein Lastenheft gab einige Eckdaten vor: Als Minimalausstattung standen Sitzheizung, Klimaanlage und Schiebedach auf dem Plan, alles andere war nachrüstbar. Ein Sechszylinder sollte es werden und wie beim Vorgänger wieder handgerissen. Der 300TE mit Automatik dreht mir einfach zu hoch und darum sollte es ein 5-Gang-Schalter werden. Beim wochenlangen Durchforsten sämtlicher bekannter Autoportale zeigte sich dann ein Kandidat – zu meinem Leidwesen aber mit Automatik! Die Probefahrt überzeugte mich dann aber davon, dass der Wagen eine Chance verdient hatte.

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Es wurde ein E320T aus 1994 mit 5-Gang-Automatik in Turmalingrün mit faustgroßen Löchern in den Kotflügeln und rostfreien Radläufen hinten. Die sonstige Substanz war sehr gut, die Ausstattung passte und Kotflügel gelten beim W124 sowieso als Verschleißteil! Der Motorkabelbaum war fällig, daher wirkte er sich angenehm auf den Kaufpreis aus und so nahm ich den Wagen mit. Einen neuer Motorkabelbaum, zwei gute gebrauchte Kotflügel, einige Wartungs- und Pflegearbeiten und schon machte er wieder einen guten Eindruck. Ein Satz gut erhaltener Sadorfelgen mit neuwertigen Reifen fand sich im Lager und rundete das Bild ab. Ich besuchte mit dem Wagen 2014 die Youngtimer-Show und die Schönen Sterne, immer mit dem Dachträger und den Felgen darauf. Der Kombi stand zwar wieder gut da, aber für ein Fahrzeug, das als Werbeträger helfen sollte, Tuningteile und schicke Alu-Felgen zu verkaufen, war er einfach zu bieder. Also wurde es Zeit, etwas zu unternehmen.

kotfluegelDie Idee für den Umbau hatte ich schon lange. Es hatte mich schon immer geärgert, dass es den 500E nicht als Kombi gab. Ich trug schon seit Langem die notwendigen Teile zusammen – Kotflügel des 500E sind nicht gerade preiswert, auch wenn sie gebraucht sind. Und dass ich gleich vier davon brauchte, machte die Sache nicht einfacher. Ein paar Wochen vor den Schönen Sternen 2015 war mir das Glück hold und ich fand zu einem sehr guten Preis zu den bereits vorhandenen guten Kotflügeln für vorne zwei an den üblichen Stellen durchgerostete Exemplare. Da ich nur die Radläufe brauchte, um sie hinten einzuschweißen, mußte ich keine teuren gut erhaltenen Flügel dafür zerschneiden. Damit war alles vorhanden und der Umbau konnte losgehen. Die Deadline war der Samstag vor den Schönen Sternen, denn da wollte ich den Wagen zum ersten Mal präsentieren. Gedanklich hatte ich den Umbau schon seit Jahren durchgespielt, daher konnte ich fast aus dem Stegreif heraus anfangen. Aber als ich den ersten Schnitt in die wirklich rostfreien hinteren Radläufe machen wollte, hatte ich erst mal eine Gedenkminute eingelegt und mich gefragt, ob ich das wirklich tun will. Ok, die Gedenkminute war nach 15 Sekunden vorbei und schon fraß sich die Flexscheibe ins Blech .Wenn ich gewußt hätte, was da auf mich zukommt…

Der neue Radlauf wurde zugeschnitten und damit der Schnitt angerissen. Zusammen mit der 500E Beplankung wurde der neue Radlauf eingepasst und verschweißt

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Die Radläufe fallen nach hinten hin etwas breiter aus als bei der Limousine, um die 285er Reifen auf 18er Brabusfelgen ordentlich abzudecken. Mein TÜV-Prüfer, ein ehemaliger Mitarbeiter der Fa. Brabus, kam dankenswerterweise nach Feierabend vorbei und half mir beim Einschweißen der Radläufe, damit es keine Probleme bei der Abnahme gibt. Die Brabus Heckschürze ist ein GfK-Überzieher und konnte leicht an die neue Breite angepasst werden.

Nach den Anbau der vorderen Kotflügel kam der schwierigste Teil – das Verbreitern der Brabus-Frontschürze. Sie besteht aus Kunststoff und ist eigentlich nur für den normal breiten W124 vorgesehen. Eine Wärmebehandlung und das Strecken mit einer Spreizvorrichtung halfen, die Schürze so aufzuweiten, dass der Chrom einer eigens dafür geschlachteten 500E Schürze passte.

Nach den Anpassungsarbeiten an den Schürzen und Schweller ging es zum Lackierer und drei recht kurze Tage vor den Schönen Sternen konnte der Zusammenbau beginnen. Auch wenn die Baubeschreibung es nicht vermuten läßt – es waren rund 4 Wochen intensivster Arbeit. Es mußten viele kleine Details bedacht werden, vor allem beim Anarbeiten des Standard-Bodykits auf die neue Breite der Karosse.

Alle Anbauteile auf einmal – ein richtig schönes Männerpuzzle!

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Ich finde, der Aufwand hat sich gelohnt! Übrigens – der Name Green Testosterone stammt von meinem Forumskollegen Joern Noldt – Danke dafür! Er paßt wie die Faust aufs Auge!

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